Treffpunkt leben

Memento mori

Memento mori

Lang währt die Kunst, das Leben nicht.
Als Warnung diene dies Gedicht:
Ein Ziegel fällt dir auf den Kopf.
Am Herd zerplatzt ein Wassertopf.
Verhängnisvoll wirkt eine Gräte,
die man beim Kau'n zu spät erspähte.
Ein Tiger, der dem Zoo entsprungen,
sucht frischen Fraß für seine Jungen.
Es trifft dich auf dem Wochenmarkt
der gnadenlose Herr Zinfarkt.
Auch kann es sein, dass du vergisst,
wie wichtig Atemholen ist.

Dies sind nur sechs von tausend Gründen,
den nicht gesuchten Tod zu finden.
Er kommt, kein Zweifel ist erlaubt,
und zwar oft eher als man glaubt.
Drum, Mensch, schläfst Du am Abend ein,
bedenk, es kann der letzte sein.

Tu heute, was zu tuen geht.
Vielleicht ist´s morgen schon zu spät.

Christoph Hartlieb

Kommentare

Ich warte, bis die Muse mich küsst, aber sie ist ein sehr unzuverlässiges Frauenzimmer (genau wie Fortuna), die sich mal diesem, mal jenem an den Hals wirft. Ein Prinzip ihrer Gunst (und damit meiner Kunst) ist kaum erkennbar. Aber wenn sie küsst, hhhmmm!!!

Da schmunzle ich doch gern mit Ihnen!
Danke für Ihre sinnreichen Wortergüsse aus spitzer Feder. - Verraten Sie uns einmal, wie Sie das so "einfach" machen?