Treffpunkt engagieren

Ehrenamtlich im Hospiz

Vor zwölf Jahren hat sich Gisela Stockhaus für die ehrenamtliche Mitarbeit im Hospiz entschieden. Hier gibt sie Einblicke in ihr besonderes Ehrenamt „Wer glaubt, im Hospiz herrsche immer Trauerstimmung, der sollte mal in die Wohnküche kommen“, berichtet sie Nicht selten werden dort gescherzt und gelacht, „das ist wie in einer großen Familie.“

Aus der Zeitung hatte Gisela Stockhaus von der Eröffnung des Uhlhorn-Hospiz in Hannover erfahren.
Die Kinderkrankenschwester war mit 60 Jahren in den Ruhestand gegangen. Ein Jahr hatte sie schon das „Freisein“ genossen, als sie spürte, dass sie mehr tun wollte. Der Artikel brachte sie auf die Idee. Sie wollte dabei helfen, Menschen im Sterben zu begleiten. Im Frühjahr 2002 begann sie mit der Einarbeitung, zunächst beim ambulanten Hospizdienst.

„Bis dahin hatte ich wenig Kontakt mit Tod und Sterben“, erinnert sich Gisela Stockhaus. Aber diesen Themen könne sich ja ohnehin niemand entziehen. Als ihre Eltern gestorben waren, sei ihr bewusst geworden, dass sie nun „in der ersten Reihe“ stehe. Das bedeute zwar nicht, dass sie heute jeden Tag an den Tod denke, aber das Thema sei ihr selbstverständlicher geworden, „vielleicht, weil ich es im Hospiz immer wieder vor Augen geführt bekomme.“

Zur Begleitung der Sterbenden gehöre viel mehr als das Am-Bett-Sitzen, sagt Gisela Stockhaus. Dass vor allem auch Angehörige Beistand brauchen, sei ihr schon vor Antritt der Arbeit im Uhlhorn-Hospiz klar gewesen. Drehscheibe und Mittelpunkt des Lebens im Hospiz ist die große Wohnküche, in der sich Patienten, Angehörige und Mitarbeitende treffen. Hier sind auch die meisten Arbeiten zu verrichten, angefangen vom Broteschmieren fürs Abendessen über das Kochen eines erbetenen Kräutertees bis hin zum Ein- und Ausräumen des Geschirrspülers.

In der Wohnküche wird auch gescherzt und gelacht „Wer glaubt, im Hospiz herrsche immer Trauerstimmung, der sollte mal in die Wohnküche kommen“, berichtet Gisela Stockhaus. Nicht selten werden dort gescherzt und gelacht, „das ist wie in einer großen Familie.“ Gerade für Angehörige bietet dieser Raum Rückzugsmöglichkeiten. Sie müssen auch mal Abstand vom Sterbenden bekommen, um ihre eigenen Gedanken zu sortieren. Das gelingt leichter in einem Kreis von Menschen in ähnlicher Situation oder gleichen Erfahrungen.

Zurzeit arbeiten 16 Ehrenamtliche im Uhlhorn-Hospiz mit, darunter zwei Männer. Sie teilen sich die Arbeit in drei Schichten von jeweils drei bis vier Stunden rund um die Mahlzeiten morgens, mittags und abends. Ein Dienstplan wird Wochen im Voraus erstellt und dabei auch Rücksicht auf individuelle Wünsche oder auch Urlaubszeiten genommen. Durchschnittlich sei jeder Ehrenamtliche zweimal pro Woche im Einsatz, „aber das entscheidet jeder selbst, wann und wie oft er kommt“, betont Gisela Stockhaus, und „oft macht man dann doch mehr, als man eigentlich wollte.“ Das liege sicher daran, dass die Arbeit sehr befriedigend sei und „man selbst auch etwas bekommt.“

Den ganzen Beitrag von Michael Eberstein finden sie hier: http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2014/01/25