Thema: MENSCH "Coaching"
Auf diesen Artikel bin ich aufmerksam geworden und ich möchte ihn mit anderen teilen. Vielleicht kann auch der eine oder andere kritische Punkt hier diskutiert werden. Das würde mich sehr freuen. Die Krise selbst ist - wie wir alle wissen - nicht nur in der Wirtschaft beheimatet, sondern durchzieht alle Bereiche, auch unsere eigenes menschliches Lebens und kann zu tiefen Depressionen führen. Also Kopf hoch. Positiv denken ist angesagt. Ich wünsche mir eine rege Diskussion mit konstruktivem Pro und Contra über den Artikel. Das wäre sehr schön. Danke.
11.02.2009 | 12:52 Uhr
Kirche in der Krise - Mensch in der Krise
Was ist denn unser wirkliches, heutiges Dilemma? Egal ob Wirtschaftskrise, Kirche in der Krise, Ehe in der Krise oder Familie in der Krise – der Mensch an sich ist das Dilemma.
Der Mensch ist ein ewig Suchender und Werdender und hat sich auf seiner Reise zu sich verlaufen. Mehr denn je. Als Gegengewicht zur Selbstentfremdung des modernen Menschen machen wir eine Reise ins Innere. Der „Exodus ins Ego“.
Der Mensch ist heuztutage nicht mehr bei sich. Er verwendet alle Techniken und Instrumente, die ihm zur Verfügung stehen, wie Meditation und Kontemplation, alle diese Vorgänge, die ihm helfen von der Peripherie seines Lebensrades, wo es ihn tagtäglich hinschleudert, wieder in die Mitte zurückzufinden.
Das Kernproblem des modernen Menschen ist nicht mehr die Repression, das war in den 68er Jahren, das Kernproblem heute ist die Depression; ist nicht mehr sein Allmachtskomplex, sondern ist ein Minderwertigkeitskomplex. Der moderne Mensch hat eigentlich kein Gefühl mehr von Größe und Werte.
Und diese sucht er spirituell, macht sich auf die Reise, während die einen das Weite suchen, suchen die anderen die Weite. Die Weite des Oikos, die Weite des pantheistischen Alls, moderne Spiritualitäten… Sehnsucht nach Heilung.
Die Kirchen sind spirituell ziemlich tot zur Zeit. Einem Menschen, der Heilung sucht, offerieren die Kirchen Moral. Aber die Kirche hat ihre therapeutische Kraft verloren. Wir sind eine Kirche, die sich von der Aufklärung zwingen ließ, gesellschaftlich gut zu funktionieren, also Autorität zu rechtfertigen und Ordnung zu rechtfertigen durch Sicherung der Moral. Wir haben die Mystik verloren, die heilt, wir haben Moral geliefert, die krank macht.
Die Kirche verschönert im Grund nur die alte Welt religiös, statt radikal an einer Erneuerung der Welt wahrhaft mitzuwirken. Früher gingen Menschen in die Kirche, wenn sie zu sich reisen wollten, ankommen wollten, Sinn suchten. Wo gehen diese Menschen heute hin? Wo stillen wir unsere Sehnsucht nach Menschwerdung wenn die Wirtschaft uns das Chaos der Vergänglichkeit spiegelt und die kleinste Einheit des Staates, die Familie, zerbricht… Wo finden und begegnen wir uns um wieder Mensch zu werden?
Denn nur wenn der Mensch selbst aus seiner Krise findet, schließt sich auch der Kreis in dem die künstlich generierten Allerweltskrisen über uns herrschen und gibt es eine Chance auf eine bessere und krisenfreie Welt.
aus: www.planetlinz.tv
/blog-sonja-298-6-Kirche_in_der_Krise__Mensch_in_der_Krise.html
(eingestellt am: 17.05.2009)
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