Thema: Drei Generationen unter einem Dach
Es gibt positive und negative Seiten des Zusammenlebens. Bevor man so ein "Drei Generationen Haus " (DGH) verwirklicht, muss man sehr vieles bedenken.
Von fast 40 Millionen Haushalten in Deutschland waren es 2005 nur ca. 282.000 Haushalte, in denen 3 und mehr Generationen wohnten. Das sind gerademal 0,7%.
Eigenartigerweise hat in den letzten Jahren diese Form des gemeinsamen Lebens abgenommen. Früher waren es sehr viel mehr DGH Haushalte.1972 waren es immerhin noch 768.000, damals 3,3 % aller Haushalte. Der Abwärtstrend zeigte sich deutlich schon 1991, da waren es noch 345.000 Haushalte = 1,2 %. Diese Zahlen weisen deutlich darauf hin, dass diese Form nicht mehr modern ist. Aber sie ist wieder im Kommen. Sicherlich hat das sehr viele Gründe, das Geld ist knapper geworden, die Baukosten sind enorm gestiegen, ebenso die Fixkosten und Lebenshaltungskosten. Sieht man ganz nüchtern die Zahlenvergleiche, gäbe es keine andere Alternative für viele Menschen. Aber weshalb möchten viele auch diese WohinForm nicht? Bei aller Liebe in den Familien, gibt es immer wieder Auseinandersetzungen untereinander. Deshalb ist die Planung so immens wichtig. Wenn nicht genügend Platz vorhanden ist, sollte man das auch nicht umsetzen. Diese, übrigens auch sehr bewährte Form des Zusammenlebens, impliziert, dass die Kinder gut betreut aufwachsen und die Älteren einen engen Familienkontakt an ihrem Lebensabend haben können. Das funktioniert, wenn trotzdem Raum für freie Entfaltung da ist und vor allem, es dürfen die individuellen Lebensformen nicht darunter leiden. So erzählte mir eine Mutter von drei Kindern, dass es sie furchtbar genervt habe, wenn das Kind schrie, kam die Oma um Ratschläge zu geben, wie man es beruhigen müsse. Und das ein paar Mal am Tag. Das war der Frau dann zu viel und sie zog aus, die Generationen zerfielen. Und darin findet man oft das Zankpotential: Die Neugierde, das Einmischen. Unterstellen wir ruhig mal gute Ziele, aber wer mag denn schon gerne ständiges Reinreden in eigene Sachen? Und ist dann Rücksichtnahme und feines Einfühlungsvermögen gefragt. Die Vorzüge dieser Wohnform liegen auf der Hand, wenn, ja wenn es funktioniert.
Haben Sie Erfahrungen mit dem DGH gemacht ? Schreiben Sie Ihre Meinung. (eingestellt am: 13.05.2009)
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