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Thema: Künstlertreff - Malen und gestalten

Abrunden des Lebenswerkes


Christophorus
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ALTDORF – Um den 60. Geburtstag steigen die meisten Menschen aus dem Berufsleben aus. Sie gehen in den „Ruhestand“. Das ist bei Künstlern anders. In diesem Alter arbeiten noch viele äußerst aktiv, sie runden ihr Lebenswerk künstlerisch ab, entdecken neue Perspektiven oder wenden sich einer ganz neuen Richtung zu. Zwei der renommiertesten Künstler aus Altdorf in Mittelfranken arbeiten noch regelmäßig in ihren Ateliers, obwohl beide schon längst im Rentenalter wären. Erstmals stellten sie im vergangenen Jahr zusammen aus. Im historischen Reitstadel und in der Residenz im nahegelegenen Neumarkt in der Oberpfalz war die vielbeachtete Ausstellung zu sehen.


Lange vor der Ausstellung hat Hermann Frauenknecht in seiner Werkstatt zahlreiche Arbeiten zusammengestellt. Er legte zeitlebens Wert darauf, dass die Kontinuität seines Werks bei den Exponaten erkennbar bleibt. Aus diesem Grund hatte er vor allem „runde“ Werke aus verschiedenen Materialien und aus verschiedenen Jahren für die Gemeinschaftsausstellung gewählt.

Frauenknecht ist ein gebürtiger Altdorfer, der seinen künstlerischen Weg konsequent gehalten hat. Bereits 1967 zog es ihn von der Malerei zur Bildhauerei. Vor zahlreichen öffentlichen Bauten stehen Werke des Künstlers. Die Stadt Nürnberg, die Stadt Fürth und die Nürnberger Nachrichten ehrten ihn mit Preisen. Für die 600 Jahre alte Altdorfer Laurentiuskirche gestaltete Frauenknecht einen Mittelaltar aus Holz.

Die formale Geschlossenheit und die Ausdrucksstärke der Arbeiten, die in der Altdorfer Silbergasse entstehen erstaunen immer wieder. Kreativ ist Frauenknecht, der vor kurzem 80 Jahre alt wurde, auch bei seinen Werkzeugen. Aus gesundheitlichen Gründen kann er nicht mehr schwer heben. Für seine Werkstatt hat er deshalb zwei spezielle Hebegestelle mit Flaschenzügen für seine Skulpturen entwickelt.

Bevor der Hamburger Herbert Bessel sich 1964 in Rasch bei Altdorf ansiedelte, lebte er schon seit 1947 in Nürnberg, als Student und als freischaffender Künstler. Besonders bekannt wurde Bessel durch seine Glasarbeiten an kirchlichen und öffentlichen Gebäuden. Ein Beispiel aus den letzten Jahren ist die Gestaltung des Andachtsraumes im Südklinikum Nürnberg. Seit 1972 beschäftigt sich der Künstler intensiv mit Radierungen. Seine Arbeiten sind nicht nur künstlerisch sehr gelungen, sondern auch handwerklich perfekt. Eine internationale Ehrenmedaille aus Polen, der Grau-Kulturpreis und der Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten zeigen auch bei diesem Künstler die Wertschätzung der Fachwelt. Bessels Anliegen ist die Poesie der einfachen zurückgenommenen Form, der leisen Töne und der geheimnisvollen Eigengesetzlichkeit von Linie und Fläche, wie er selbst mitteilt.

Ähnlich wie Frauenknecht macht auch Bessel keinerlei modische Zugeständnisse. Spannend füllt der 88jährige Künstler die Flächen, mit wenigen graphischen Elementen, mit sparsam gesetzten Farben. Kontinuierlich entwickeln sich seine Bilderreihen weiter.

Beide Künstler haben ihre Ateliers in Altdorf. Frauenknecht direkt in der Innenstadt, Bessel drei Kilometer weiter im Dorf Rasch.

Text: Sieglinde Hungershausen - mit Bildern der Autorin
Hermann Frauenknecht mit Kugeln
Herbert Bessel mit Zeichenmappe
(eingestellt am: 12.05.2009)

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2 Kommentare zum Beitrag

huha
20.05.2009 (23:10 Uhr) Kreativ sein 2

Hallo lila, dass Künstler Gäste in ihr Atelier laden ist durchaus üblich. Die Bildhauerin Claudia Endres aus Nürnberg zum Beispiel veranstaltet regelmäßig Workshops und Kurse für Interessierte, die unter ihrer Anleitung Steine künstlerisch bearbeiten und eigene Gedanken umsetzen möchten.


lila
15.05.2009 (09:12 Uhr) Kreativ sein

Kreativ sein ist wichtig. Es erhält uns flexibel und macht uns "erfinderisch". Interessant fände ich, wenn es die Möglichkeit gäbe der offenen Ateliers, d.h. einen ganzen Tag einem Künstler zu Seite stehen und Anregungen finden oder Motivation selbst etwas zu tun.


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Gerd

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