Thema: ETHIK und WIRTSCHAFT
Die "Gier" und deren positiven und negativen Seiten
Zunächst ist m. E. zu fragen: Ist Gier an und für sich negativ? Ich komme hier zu dem Schluss, dass die Gier nur allzu menschlich ist. Seit Menschengedenken ist das „Mehr Haben wollen“ ein Antrieb des Lebens. War es bei den ersten Menschen der Ausdruck des Selbsterhaltungstriebes und somit eine Notwendigkeit für das Weiterexistieren, kann das heute nicht mehr gültig sein. Damit ist „Gier“ an und für sich nicht negativ zu belegen. Wie mit allem kommt es auch hier auf die Ausprägung an. Diese mag, evtl. genetisch bedingt, unterschiedlich stark verankert sein. Als Beispiel möchte ich hier nur Mutter Theresa anführen, der man, so denke ich, nicht nachsagen kann im negativen Sinn gierig gewesen zu sein. Anders sehe ich es überdeutlich heute in der Wirtschaft. Viele Manager sind ein Paradebeispiel für die negative Gier oder auch prägnanter ausgedrückt für „Habgier“. Denke ich an meine Anfangszeit im Berufsleben zurück, gab es auch damals Persönlichkeiten denen man Habgier nachsagen konnte, aber ich bin überzeugt, die gesellschaftliche Entwicklung hat die Habgier gefördert. Nicht nur das, sie hat sie weitgehend zu einem Grundsatz erklärt. So hielt der Gedanke des „Shareholder-Value“ Anfang der 80er Jahre Einzug in die Großunternehmen. Ein prominenter, wenn nicht der bekannteste Vertreter war Jack Welch, ehemals Vorstand von General Electric. Als er die Führung übernahm, lag der Marktwert bei 13 Mrd. Dollar. Er steigerte ihn auf 400 Mrd. Dollar und verzehnfachte den Gewinn auf 14 Mrd. US-$. Heute sagt Jack Welch „Genau betrachtet ist die Shareholder-Value die blödeste Idee der Welt.“ „Shareholder-Value ist ein Ergebnis, keine Strategie. Die wichtigsten Interessensgruppen sind die eigenen Mitarbeiter, die eigenen Kunden und die eigenen Produkte“. Ich wünschte, dass sich dieser Gedanke schneller in den Köpfen der Manager verfestigt und sich die habgierige Jagd nach Geld, als dem Götzenbild der heutigen Zeit, in sinngebende Zielsetzungen wandelt. Denn nur dann werden sich die noch wesentlich größeren, globalen, Herausforderungen bewältigen lassen.
(eingestellt am: 23.04.2009)
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2 Kommentare zum Beitrag
Die Dokumentation: "Die große Gier" stellt sehr klar die Situation der Finanzkrise da. Es ist noch möglich diese Dokumentation im Internet anzusehen, und zwar unter dem folgenden Link:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/782526
Bubble Economy: Die Seifblase bläht sich auf mit einem Mehr und Mehr wollen bis sie zerberstet. Dann heißt es: "Wir müssen etwas tun! Wir müssen handeln!" Wenn wir in der Geschichte zurückblicken, gab es immer wieder solche Seifenblasen und jedes Mal wurde verlautet: Dieses Mal ist es anders.
Frage: Was sagt uns das?