Thema: Lesen und Erzählen
von Otmar Jenner "Das Buch der Ankunft" Dieses Buch ist seid März im Buchhandel erhältlich.
Dieses Buch ist sehr anspruchsvoll. Kein Roman, den man in einem Rutsch durchliest und dann für immer weglegt. Es ist ein Buch, welches von Geburt, frühe Kindheit, Kindheit und das Leben überhaupt handelt. Es benennt die Geburt als Weckruf des Lebens und Ottmar Jenner hält mit diesem Buch ein “Plädoyer für vielmehr Achtsamkeit bei Zeugung, Schwangerschaft und Geburt”. Er ermahnt die Menschen achtsamer mit sich und vor allem mit den Kindern umzugehen. Es wäre wichtig und sinnvoll für alle werdenden Eltern, sich dieses Buch, noch bevor ein Baby entsteht , genau durchzulesen. So könnten viele Traumata, welche manche Kinder in ihrer frühesten Zeit erleben, vermieden werden. Die Kinder wären viel mehr in ihrem inneren Gleichgewicht und somit auch viel ausgeglichener. Durch die existenzielle Unsicherheit in unserer heutigen Zeit, wo Unsicherheit und Angst schlechte Geburtshelfer sind, wachsen zeugungs- und geburtstraumatisierte Kinder und Erwachsene heran, die mit sich und der Welt hadern, die das Gefühl haben nicht gewollt zu sein und nicht geliebt zu werden. Die meisten Kinder bei uns betreten unsere Welt in einem “Haus der Kranken”, schon das ist krank.
In diesem Buch wird auch kurz auf die Geburtsdramen in den verschiedenen Kulturen und Zeitepochen hingewiesen. Auch belegt der Autor seine Ausführungen mit vielen wissenschaftlichen Aspekten von nahmhaften Wissenschaftlern. Noch bis in die 80ger Jahre des vorigen Jahrhunderts war man der Meinung, Embryonen und Säuglinge haben keine Empfindungen und kennen keinen Schmerz. Glücklicherweise wurde heutzutage diese Meinung grundlegend revidiert. Es wurde erkannt, dass ca. 30 % der Persönlichkeit im vorgeburtlichem Stadium und im 1. Lebensjahr angelegt werden. Die menschliche Geburt ist ein hochkomplexer Vorgang, der all unserer Aufmerksamkeit bedarf. Es braucht Aufmerksamkeit, Liebe, Hingabe und vor allem Ruhe.
Im Leben geht es nicht um Gewinnen oder Verlieren, sondern um Vollständigkeit, Selbstrespekt und daraus erwachsene Liebe. Der Existenzkampf ist eine von den Menschen gemachte Methode der Unterdrückung, welche sich schon vor Jahrhunderten verselbstständig hat. Diese wurde als Gesetz des freien Marktes festgeschrieben um die allgemeine Unzufriedenheit zu schüren, denn nur so können die Menschen besser gelenkt und für bestimmte Zwecke missbraucht werden.
Vollständigkeit ist eine Erfahrung, dass alles da ist, was man braucht und deshalb eine Quelle der Gesundheit. Daraus erwächst Liebe, allumfassende Liebe und Selbstliebe.
Dieses Buch ist das erste, welches so genau auf diese ganze Problematik eingeht. Es ist sehr gut, dass dieses Buch geschrieben wurde. Ich wünschte, viele Menschen lesen dieses Buch und ziehen ihre Schlüsse daraus. So könnte die Menschheit ein gutes Stück verbessert werden. Kriege, Hass und Streitereien würden dann nicht mehr im Vordergrund stehen.
Allerdings ist dieses anspruchsvolle Buch nicht für jeden verständlich. Wer sich noch nie mit dem Begriff “Seele” auseinandergesetzt hat wird diese Sichtweisen noch nicht so akzeptieren können. Doch es wäre ein erster Schritt auf den Weg für mehr Verständnis. Verständnis für die Kinder, für die Menschen überhaupt, egal aus welchem Land und welcher Hautfarbe. Die Worte “Krieg, Unterdrückung, Abhängigkeit, Hass, Angst und Unsicherheit” sollten vollständig aus unserem Wortschatz verschwinden.
(eingestellt am: 26.03.2011)
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1 Kommentar zum Beitrag
Hallo Beate,
danke für die Vorstellung dieses Buches. Vor allem deine Quintessenz im letzten Satz deines Beitrages beeindruckt mich sehr: Krieg, Unterdrückung, Abhängigkeit, Hass und Angst sollten aus unserem Wortschatz (und unserem Denken!) verschwinden.
Ich werde dieses Buch auf jeden Fall lesen. Danke für diese Anregung.
LG, Lilli