Thema: Ist unsere Gesellschaft noch gerecht?
Bei uns in Deutschland oder auch Europa noch eine Utopie, aber in einigen Ländern schon Realität: das bedingungslose Grundeinkommen für Jedermann.
Auf dem ökumenischen Kirchentag 2010 in München erlebte ich im Themenbereich „Verantwortlich Handeln“ die Podiumsdiskussion: Ein gesichertes Grundeinkommen verändert…die Welt?! Meine Sichtweise veränderte sich: Ich bin inzwischen für ein bedingungsloses Grundeinkommen bei armen und ärmsten Entwicklungsländern. Das dies nötig ist, wurde eindrucksvoll von Verantwortlichen aus diesen Ländern vorgetragen. Das Buch von Werner Götz zu diesem Thema „Einkommen für alle“ (Kiepenheuer & Witsch 2007 ISBN 978-3-462-03775-3 16,90€) und z.B. Internet-Auftritte wie „unternimm-die zukunft.de“ zeigen die Bandbreite der Diskussionen zum bedingungslosen Grundeinkommen.
Bischof Dr. Z. Kameeta, Windhoek / Namibia berichtete von Erfahrungen in der Ortschaft Omitara, wo seit 2008 jeder Einwohner monatlich ein Grundeinkommen von ca 15 Euro pro Person erhält, wodurch sich die Lebensbedingungen sehr erfreulich verbesserten. Der Schulbesuch der Kinder kann jetzt wirkungsvoll unterstützt werden. Ferner können die Familien in kleine landwirtschaftliche Projekte investieren.
Eduardo M. Suplicity, Senator Sao Paulo, führte aus, dass auch in Brasilien ein bedingungsloses Grundeinkommen teilweise eingeführt wurde, das ab 2011 alle Bewohner des Landes erreichen soll. Brasilien erlebt derzeit einen rasant wachsenden Mittelstand, der aus dem wachsenden Arbeitsmarkt und guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen resultiert. Im US-Staat Alaska gibt es ebenso ein bedingungsloses Grundeinkommen schon seit den 1980 er Jahren. Bei einer Podiumsdiskussion war Norbert Blüm dabei, der sich vehement gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen stellte, er forderte vielmehr die gerechte Bezahlung von Arbeit, von der eine Familie ernährt werden kann. Für europäische Verhältnisse halte ich seine Meinung für richtig. Die Realität bei Leiharbeitern und Jobs ohne Mindestlohnvereinbarungen sieht vielfach so aus, dass die geringen Einkommen durch staatliche Stütze aufgebessert werden müssen.
Bertsch 27.2.2011
(eingestellt am: 27.02.2011)
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